Künstler:innen

KUNE im Atelier von … Buket Aslantepe

In der verwinkelten Altbauwohnung von Buket Aslantepe befindet sich in jeder Ecke Kunst. Die großen Skulpturen stehen wie Besucher:innen oder Mitbewohner:innen in den Ecken. Das Atelier ist ein kleiner Raum unterm Dach. Die Künstlerin steckt mitten im Umzug, als sie uns in Betzingen mit Kaffee, Kuchen und dem Kater Sushi empfängt

Die Künstlerin: Buket Aslantepe

Buket Aslantepe mit Kunst groß geworden. Schon der Vater zeichnete gerne und als Dreijährige ergriff sie zum ersten Mal den Zeichenstift. Beruflich schnupperte sie in verschiedene Kreativbranchen: Sie arbeitete als Stylistin, im Grafikbüro und designte T-Shirtaufdrucke bevor sie sich dachte „Jetzt werde ich anerkannte Künstlerin!“ und ihr Studium an der Kunstakademie in Ankara absolvierte. 

Eine Frau steht vor einer großen Leinwand.
Die Künstlerin Buket Aslantepe in ihrem Übergangsatelier. © Maik Hanicz.

Das Handwerkliche an der Kunst

Zwei Sparten prägen die Arbeit von Buket im Moment: großformatige Gemälde und Skulpturen aus Ton oder Mischtechnik. Einmal bei der Arbeit, vollendet sie erst das Werk, bevor sie ein neues beginnt. „Ich will immer mittendrin sein im Werk“, sagt Buket. „Wenn ich dann aufhöre, komme ich nicht mehr hinein“. Das bedeutet aber auch, dass sie selbst einen deutlichen Schlusspunkt setzt: Das Bild ist fertig, „wenn ich zufrieden bin“. Die meisten ihrer großformatigen Malereien sind in Öl ausgeführt. Die lange Trockenzeit ermöglicht flüssigere Farbverläufe. Wenn sie danach zu Acrylfarbe wechselt, muss sie sich erst wieder umgewöhnen. „Acrylfarbe trocknet viel schneller, da muss man ganz anders arbeiten.“ 

Kleine Skulpturen auf einem Regal.
Bukets kleineren Arbeiten sind oft in Ton ausgeführt. © Foto: Maik Hanicz.

Während ihre kleineren Skulpturen aus Ton angefertigt werden, fertigt sie ihre lebens- oder überlebensgroßen Skulpturen in einer Art Mischtechnik: Die Basis bilden Styrodurplatten aus dem Baumarkt, die normalerweise zur Wärmedämmung verwendet werden. Buket bringt sie mit Messern und Feilen in Form, verfeinert mit Bauschaum, pinselt sie mit Acrylsilikon ein und am Ende werden sie mit Glasfaser überzogen – das macht ihre bunten Figuren wetterfest. 

Die Kunst: Spaß an der Kunstgeschichte in 2D und 3D

Ob in der Skulptur oder in der Malerei – das Werk von Buket ist voll mit Zitaten, verweisen und Hommagen an die Kunstgeschichte. Im Zentrum steht eine Grundstruktur aus Blickachsen und Kompositionslinien. Diese werden ergänzt durch Hommagen ihrer Lieblingskünstler. Ihre Figurenkompositionen erinnern an Ernst Ludwig Kirchner, Hieronymus Bosch, Max Beckmann, Franz von Stuck und Otto Dix. Doch die Zitate werden nicht als solche beibehalten, sie erhalten neue Bedeutung und interagieren in den neuen Kontexten von Bukets Kompositionen. Außerdem verändern sie sich im künstlerischen Prozess. Zum Beispiel sind Veränderungen im Übergang von der Skizze zum Bild durchaus üblich. Buket selbst sagt: „Ich lasse mich selbst oft überraschen, wie es weiter geht“. 

Ein Frauenkopf skizziert.
Die Reihenfolge, in der Buket ihre Bilder bearbeitet ist intuitiv gewählt. © Foto: Maik Hanicz.

Frauenfiguren und bekannte Bildformeln als Inspiration 

Einige wiederkehrende Symbole und Topoi kennzeichnen die Werke von Buket. Viele ihrer kleinen Tonskulpturen, die im Atelier stehen, halten Äpfel in der Hand oder balancieren eine Pepperoni auf dem Kopf. Der Bezug zum Essen bedeutet für die Künstlerin, die selbst leidenschaftlich gerne kocht, immer eine Verknüpfung zum Genuss im Leben. Daneben ist auffällig, dass Frauengestalten ihr künstlerisches Werk bevölkern. „Frauen bedeuten Schönheit”, so die Künstlerin. Weibliche Körper sind schöner zu Formen, machen ihr im kreativen Prozess mehr Spaß und sind vielfältiger. Schon seit ihrer Kindheit malt Buket gerne Frauen: „Die Kurven, die Rundungen gefallen mit einfach“. Das hat nichts Erotisches, sondern bildet einen weiteren Verweis auf die alten Meister der italienischen Renaissance. 

Große Kunstwerke in einem Raum.
Die überlebensgroßen Skulpturen stehen wie MitbewohnerInnen in der Wohnung. © Foto: Maik Hanicz.

Das Atelier: Das Dachzimmer als Übergangsatelier 

Zum Zeitpunkt unseres Besuchs zieht Buket gerade um: Das Atelier ist ausgeräumt und die Kunstwerke stehen überall in ihrer Wohnung. Das Übergangsatelier ist unter dem Dach – gerade genug Platz für die große Leinwand, an der sie zur Zeit arbeitet. Die Regale rundherum bevölkern eine Vielzahl kleiner Tonfiguren. Der Raum ist voller Kreativität – so wie der Kopf der Künstlerin, in dem es immer arbeitet und der voller Wortspiele, Kunst und Einsichten in das Leben steckt. 

Das Werk für Bebenhausen

Der Ideenprozess von Buket Aslantepe beginnt oft am Standort des Kunstwerks. Auch in Bebenhausen hat sie ihren Lieblingsstandort gefunden, der an dieser Stelle noch nicht verraten werden soll. Thematisch begeistert sie sich für die dominante Frauenfigur in Bebenhausen: Königin Charlotte. Sie wird in Form einer Interpretation der Künstlerin die Besucher:innen ab 7. Juli willkommen heißen.


Anmeldung zur Vernissage der Ausstellung „Bebenhausen inspiriert. 34 zeitgenössische Perspektiven auf Schloss und Kloster“ am 7. Juli unter Veranstaltungs-Anmeldung – Kune Projects

Mehr Informationen unter
Bebenhausen inspiriert. 34 zeitgenössische Perspektiven auf Schloss und Kloster – Kune Projects

Start – buket-aslantepe.com

1 comment on “KUNE im Atelier von … Buket Aslantepe

  1. Ein genial Künstlerin die fein mischen kann die Klassische Malerei kann mit Humor, Ironie und Satire mit Talent. Kunst kommt von Können und Sie kann das sehr gut.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: