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Kune erklärt! Neue Sachlichkeit

Die Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit lässt sich in die Zwischenkriegsjahre von 1919 bis 1932 in Mitteleuropa, vorwiegend im deutschsprachigen Raum einordnen. Sie bezieht sich auf die Tradition der realistischen Malerei, konfrontiert diese allerdings mit den künstlerischen Auseinandersetzungen und Fragestellungen der Moderne.

Die Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit lässt sich in die Zwischenkriegsjahre von 1919 bis 1932 in Mitteleuropa, vorwiegend im deutschsprachigen Raum einordnen. Sie bezieht sich auf die Tradition der realistischen Malerei, konfrontiert diese allerdings mit den künstlerischen Auseinandersetzungen und Fragestellungen der Moderne.

Einflüsse

Neben dem Einfluss des Kubismus und Purismus aus Frankreich, trägt auch die Entstehung der Pittura Metafisica und der Valori Plasticci aus Italien zum Diskurs über die Neue Sachlichkeit bei.[1]Als weiterer Einfluss auf die Gestaltung des Stils darf die sich veränderte Sehgewohnheit durch die Fotografie gesehen werden, die erst Anfang des Jahrhunderts größere Verbreitung fand. Die Publikation „Malmaterial und seine Verwendung im Bilde“ von Max Doerner kann als eine Art Malerbibel für die Künstler*innen der Neuen Sachlichkeit verstanden werden. Das in den 1920er Jahre erschienene Buch ist eine Art wissenschaftliche und handwerkliche Erläuterung der Malerei der Alten Meister, die den Malstil der Künstler*innen stark beeinflusste.[2]

Alexander Kanoldt. Olevano. 1927, Öl auf Leinwand, 110 x 90 cm. © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe.

Inspirationsquellen der Künstler*innen

Die wichtigste Inspirationsquelle der Künstler*innen war der Alltag und seine Umgebung. Nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges richteten sich die Künstler*innen wieder auf das Hier und Heute aus und versuchten mit einem möglichst sachlichem Blick die unterschiedlichen Lebenssituationen einzufangen.[3] Aus diesem Grund priorisierten die Maler*innen die Gattungen Porträt, Landschaft, Stadtansichten sowie Stillleben. Adam Oellers definiert den neusachlichen Stil wie folgt:

„Eine Gestaltungsweise, die sich durch einen aus geometrischen Elementen entwickelten Bildaufbau, eine Betonung der Zeichnung und eine geglättete Oberfläche auszeichnete, wurde schon früh als eine spezifische Stilform der Malerei der 20er Jahre beschrieben und gilt noch heute des Öfteren als das zentrale Merkmal der Neuen Sachlichkeit.“[4]

Oellers 1983, S. 24.

Zu der Einordnung des  Malstils hat insbesondere Gustav Friedrich Hartlaub beigetragen. Der Direktor der Kunsthalle Mannheim verwendete den Begriff der Neuen Sachlichkeit in der Ausstellung “Die Neue Sachlichkeit: Deutsche Malerei seit dem Expressionismus”, die 1925 über 120 Gemälde von 32 Künstler*innen aus Deutschland zeigte. 

Bekannte Vertreter der Neuen Sachlichkeit sind Otto Dix, George Grosz und Alexander Kanoldt sowie die Vertreterinnen Elfride Lohse-Wächter und Hanna Nagel.

[1]Kristina Heide arbeitet die Einflüsse dieser künstlerischen Bewegungen in ihrer Publikation von 1998 genauer aus; Vgl. Kristina Heide: Form und Ikonographie des Stillebens in der Malerei der Neuen Sachlichkeit, Weimar 1998, S. 56-69.
[2]Vgl. Adam C. Oellers: Ikonographische Untersuchungen zur Bildnismalerei der Neuen Sachlichkeit, Diss., Universität Bonn 1983, Bonn 1983, S. 19.
[3]Vgl. Wieland Schmied: „Die Neue Sachlichkeit in Deutschland. Notizen zum Realismus der zwanziger Jahre“, in: Kulturamt der Stadt Wien (Hg.): Neue Sachlichkeit und Realismus [Ausst.-Kat.], Wien 1977, S. 161–168, S. 161.
[4]Oellers 1983, S. 24.

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