Rom mal anders: Tipps für deinen Städtetrip nach Rom

Der Sommer ist da! Wenn du noch nicht weißt, wohin du dieses Jahr reisen sollst, dann kann dir KUNE einen Klassiker von Herzen empfehlen: Rom. 

Die Hauptstadt Italiens ist eine der schönsten und ältesten Städte Europas. Der Sage nach wurde Rom 753 v. Chr. gegründet und weist somit eine Geschichte von mindestens 2.775 Jahren auf. Diese Geschichte kannst du an vielen Stellen in Rom bewundern und auf den Wegen der alten Römer:innen flanieren. Wer schon einmal in der ewigen Stadt war, weiß, dass es hier unendlich viel zu besichtigen und bestaunen gibt. Trotzdem entdeckt man bei jedem neuen Besuch immer wieder Neues. Unsere Autorin Lena hat einige Monate in Rom gelebt und teilt heute ihre Tipps und Highlights.

Das Wichtigste vorab

Am bestem besuchst du Rom nicht im Juli oder August, denn dann ist es in der Stadt sehr heiß und man kann sich mittags kaum im Freien bewegen. Rom verfügt zum Glück aber über ein fantastisches Trinkwassernetzwerk. Du kannst deine Wasserflasche an vielen kleinen Brunnen, die in der ganzen Stadt verteilt sind, auffüllen. Allerdings darf man die Mittagssonne nicht unterschätzen. Nicht umsonst machen die Römer:innen zu dieser Tageszeit im Sommer eine kleine Siesta. 

Mit einer Metrokarte bleibt man in der Stadt flexibel. Sie gilt für alle öffentlichen Transportmittel innerhalb Roms.  Die Busse fahren jedoch nicht immer nach Plan, sodass  längere Wartezeiten eingeplant werden sollten. Die Metro und die Tram hingegen fahren in der Regel immer pünktlich ab.

Rom, die Stadt mit vielen Möglichkeiten

Was man in Rom besichtigt, hängt zum einen natürlich stark von den eigenen Vorlieben ab. Zum anderen auch von der Zeit, die für den Besuch zur Verfügung steht. Der Vatikan ist definitiv einen Besuch wert und sollte als kunsthistorisch interessierte Person besichtigt werden. Hierfür sollte ein ganzer Tag eingeplant werden: Die Vatikanischen Museen sind nicht nur beeindruckend, sondern auch besonders groß. 

Die Vatikanischen Museen

Von antiker Kunst über Kunst der Renaissance bis hin zu moderner Kunst – hier findet man alles. Die Vatikanischen Museen eignen sich besonders gut, um der Mittagshitze zu entkommen und die kühlen Innenräume zu genießen. Mein Tipp: Kaufe dir dein Ticket im Voraus online, denn dann sparst du dir lange Wartezeiten in der Schlange. Zuvor lohnt es sich, den Petersdom anzuschauen – meines Erachtens nach ein Muss. Die Baugeschichte ist beeindruckend und zugleich nicht unumstritten. Finanziert wurde der Bau nämlich unter anderem mit Geld, das die Kirche durch den Ablassbriefhandel einnahm. Mit einem solchen Brief sollte man sich von seinen Sünden freikaufen können, wodurch man nicht in der Hölle landen würde. Doch an einen sonnigen Tag lässt das Lichterspiel im Inneren alle verstummen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Stufen zur Kuppel und anschließend auf das Dach zu erklimmen, denn die Aussicht ist atemberaubend.

Im Park Borghese schlendern

Ein Aufenthalt im Park Borgehse sollte bei einer Romreise nicht fehlen.  Dort befinden sich auch die Galleria Borghese und das Museo Nazoinale d’arte moderna – beides sehr interessante Museen. 

Rom, Parco Borghese
Rom, Park Borghese, Nahe dem Ausgang Piazza del Popolo.

Die Galleria Borghese hat eine sehenswerte Sammlung antiker Statuen, Statuen von Gian Lorenzo Bernini und sehr viele Gemälde der Renaissance und des Barocks. Für Caravaggio und Bernini Liebhaber:innen ein Must-See. Die Galleria Nazoinale d’Arte Moderna e Contemporanea hat ein besonderes Ausstellungskonzept: Repliken antiker Statuen wurden so aufgestellt, als ob sie die modernen und zeitgenössischen Gemälde betrachteten. Eine sehr einzigartige Weise die Antike mit moderner Kunst zu verbinden. 

Rom Nationalgalerie der Moderne und Zeitgenössischer Kunst
Werke von Antonio Canova und Anselm Kiefer in der Nationalgalerie in Rom.

Das Pantheon

Am Nachmittag kannst du den Park in Richtung des Piazza del Popolo verlassen. Über die Via del Corso und die Via del Seminario gelangst du in kürzester Zeit zum Pantheon. Das einzige noch vollständige antike Gebäude in Rom. Der Bau der Kuppel mit Oculus ist eine architektonische Meisterleistung. Ein Tipp: Lade dir davor die App „Pantheon Rome“ herunter, dort kannst du einiges über die Architektur und die Geschichte des Pantheons erfahren. Rechts hinter dem Pantheon in einer Seitengasse, auf dem Piazza di Sant’Eustachio, findet man einen der besten Kaffees Roms: im Sant’Eustachio il Caffè.

Abseits der Touristenpfade

Zwei Geheimtipps, die noch nicht überlaufen von Tourist:innen sind, da sie in den wenigsten Führern stehen: Tor Marancia und Quartiere Coppedè.

Tor Marancia ist eine Sozialwohnungssiedlung etwas außerhalb der Stadt. Mit dem Projekt „Big City Life“ engagierte die Stadt 22 Künstler:innen aus aller Welt, welche die meterhohen Hauswände der Gebäude mit Graffitis verschönerten. Natürlich kann man einfach so durch das Viertel schlendern und die Graffitis ansehen. Ein bisschen Recherche im Voraus lohnt sich aber: Jedes Werk erzählt seine eigene Geschichte und bezieht sich auf die Gebäude, an denen es angebracht ist auf und die Menschen, die dort leben.

Rom, Quartiere Coppedè
Rom, der märchenhafte Froschbrunnen im Quartiere Coppedè. Foto: @alyssamaefriend

Quartiere Coppedè ist ein Wohnkomplex mit 18 Plätzen und 27 Villen. Schon beim Betreten wirst du merken, dass dieses Viertel komplett anders wirkt, als der Rest Roms. Gebaut wurde es Anfang des 20. Jhd. von Gino Coppedè, der dabei den italienischen Jugendstil mit Elementen des Barocks und des Mittelalters vermischte. So entstand eine märchenhafte Fantasiewelt, die sich auch in den Namen widerspiegeln, die du hier antriffst: Feenvilla, Froschbrunnen, Spinnenpalast und viele andere mehr. Hier findet man selten die Menschenmassen, die im Zentrum Roms alltäglich sind.

Meine persönliche Lieblingskirche

Kirchen gibt es in Rom wie Sand am Meer und sie alle zu besichtigen ist unmöglich. Drei Kirchen bleiben in Erinnerung: San Paulo fuori le mura, Santa Cecilia in Trastevere und Santa Maria della Vittoria

Rom, Sankt Paul vor den Mauern
Rom, St. Paul vor den Mauern, Blick vom Atrium.

San Paulo liegt etwas außerhalb Roms, was auch schon der Name andeutet: außerhalb der Mauern. Sie ist eine der sieben Hauptpilgerkirchen Roms. Dort kann man das Grabmal des hl. Pauls sehen – Eine der schönsten Kirchen Roms. Es handelt sich um einen Nachbau der Basilika aus dem 19. Jahrhundert, denn der Originalbau wurde bei einem Brand fast vollständig zerstört. Das Licht im Inneren ist faszinierend, denn durch die Alabasterfenster scheint nur wenig Licht in die Seitenschiffe und all die Aufmerksamkeit richtet sich auf das Hauptschiff. Voll ausgeleuchtet sind dann die goldene Kassettendecke sowie die Papstportraits in Medaillons oberhalb der Arkadenbögen. Auch das Apsismosaik ist einfach überwältigend.

Verborgene Schönheit in Trastevere

Santa Cecilia befindet sich im Stadtviertel Trastevere, das auch das Viertel ist, in dem man am besten Essen und Trinken gehen kann. Vor einem schönen Abendessen kannst du einen kleinen Zwischenstopp in der Kirche einlegen und das Grabmal der hl. Cäcilia bewundern. Ihr Grabmal wurde 822 von den Calixtus-Katakomben in die Kirche verlegt; die Statue wurde 1600 von Stefano Maderno geschaffen. Als Vorlage diente der Legende nach der unveränderte Leichnam Cäcilias, den man im Sarg auffand, als man ihn 1599 öffnete.

Rom, Santa Cecilia
Rom, Grabmal der heiligen Cäcilia vor dem Altar.

Berninis Meisterwerk

Santa Maria della Vitoria liegt zu Fuß 5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt und ist eine bemerkenswerte Kirche, die von Carlo Maderno, dem Bruder des oben genannten Stefano Maderno, erbaut wurde. Er entwarf auch die Fassade und das Langhaus des Petersdoms. Diese kleine Kirche beherbergt eines von Berninis berühmtesten Werken in der nördlichen Kapelle: „die Verzückung der Heiligen Theresa“. Vor der Kirche befindet sich der Moses-Brunnen, der ebenfalls von Bernini ist. 

Rom, Santa Maria della Vittoria
Die Verzückung der heiligen Theresa, Altar von Bernini.

Einfach mal treiben lassen

Durch die Innenstadt zu schlendern ist auch immer eine sehr gute Idee, vieles liegt hier erstaunlich nah. Auch einmal die Karte wegzulegen und einfach darauf loszulaufen kann inspirierend sein. Verwunschene Gassen, kleine bezaubernde Kirchen, fantasievolle Brunnen und großartige Gebäude, von denen man noch nie etwas gehört hat, begegnen einem. Vor allem wenn es dunkel ist, ist die Innenstadt Roms besonders schön, denn alle Monumente, Brunnen und wichtigen Gebäude werden bei Nacht beleuchtet und wirken umso mystischer. 

Rom, Fontana di Trevi nachts
Rom, Fontana di Trevi mit Beleuchtung bei Nacht.

Geheimtipps: Den besten Sonnenuntergang kann man im Orangenpark erleben, der hinter dem Circus Maximus liegt. Die beste Aussicht auf das Forum Romanum hat man vom Kapitol aus. Ansonsten heißt es Rom und das bella vita der Römer:innen in vollen Zügen genießen. Das Essen ist fantastisch, das Eis cremig und geschmackvoll (Giolitti in der Via degli Uffici del Vicario, Günther auf dem Piazza di Sant’Eustachio oder in der Via dei Pettinari, Ciampini Roma auf dem Piazza di S. Lorenzo in Lucina und Frigidarium in der Via del Governo Vecchio) und der Kaffee ist immer ein Genus.

Rom, Forum Romanum
Aussicht auf das Forum Romanum von der Aussichtsplattform auf dem Kapitol.

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