Kunstszene

Kunst in den eigenen vier Wänden: Until Fear No Longer Defines Us von Mark Thompson

Die eigenen vier Wände sind ein sicherer Ort. Auch hier können wir uns mit Hilfe der Kunst, die uns umgibt, wegträumen. Wir möchten euch einen kurzen Einblick in die Kunstwerke geben, die wir zuhause um uns haben. Einen Blick auf Künstler*innen und Kunst in einem persönlichen Umfeld: Unserem Zuhause.

Träumen, sich an Orte erinnern oder sich vorstellen, wie es dort aussieht und sich anfühlt, ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Unsere Vorstellungskraft vermag es, uns in ferne Länder reisen zu lassen und eröffnet uns eine Welt, die wir selbst kreieren können. 

Kunst kann als Fenster zu dieser Traumwelt fungieren. Für Künstler*innen direkte Ausdrucksform, können Kunstwerke uns als Portal zu einer Welt voller Fantasie und Kreativität dienen, die wir in Gedanken entwickeln. 

Kunst als Portal

Die Kunst, die uns umgibt, kann als ein solcher Anstoß zum Träumen fungieren. Wenn wir uns darauf einlassen, eröffnet uns das eine Möglichkeit, dem Alltag, den wir momentan als beklemmend empfinden können, zu entfliehen. Vom Sofa aus. Ohne Kontakt zur Außenwelt und corona-konform. 

Mit dieser Rubrik, mit kurzen Texten zu Kunstwerken in unseren eigenen Wohnzimmern, meinem Wohnzimmer, möchten wir euch in unsere vier Wände einladen und einen Einblick in die Kunst geben, die sich dort befindet und heute werde ich euch zu mir nachhause einladen.

Mark Thompson: Until Fear No Longer Defines Us, 37,5 x 45 cm, 2019.

Ausdruck von Erhabenheit

Die Gemälde von Mark Thompson laden dazu ein, in die Bilderwelt einzutauchen und dort zu verweilen. Der britische Künstler findet mit seinen Landschaftsgemälden eine Ausdrucksform, die mich unmittelbar in ihren Bann zieht. Verschneite Gebirge und gefrorene Flüsse mögen auf den ersten Blick kühl und erhaben wirken. Ein zweiter Blick lässt allerdings die Wärme und das Phantastische in der abgebildeten Natur erkennen.

Naturgesetze

Ein vielschichtiger und scheinbar grober Farbauftrag verleiht seinen Gemälden, wie auch “Until Fear No Longer Defines Us”, Tiefe, die die Landschaft lebendig und wahrhaftig wirken lässt. Das Vorgehen des Künstlers ist dabei allerdings keineswegs willkürlich oder intuitiv. 

Fast mathematisch erarbeitet er sich die Strukturen von Gestein, Flora, Fauna und Gewässern. Farbschichten überlagern sich. Brauner und grauer Untergrund wird bedeckt von einer weißen Schicht, die den Schnee abbildet. Den Naturgesetzen folgend bewegt sich der Künstler so auf die Fertigstellung des Gemäldes zu. Ein Prozess, der bei der Betrachtung des Werks sichtbar und spürbar wird. 

Klirrend kalte Luft

Die im Gemälde eingefangene Natur strahlt etwas Bedrohliches aus und ermahnt so zu einem achtsamen Umgang. Und doch zieht sie mich magisch an und lässt mich träumen, wie es sich wohl anfühlt, knietief im Schnee zu stehen, das Eis auf dem Gewässer zu berühren oder die klirrend kalte Luft zu atmen.
Geborgen in meiner Wohnung blicke ich nicht nur auf eine Leinwand, sondern tatsächlich durch ein Fenster in die Natur, die ferne Welt und eine menschenleere Landschaft. 

Flucht in die Natur

Beängstigend und magisch zugleich entführt mich seine Kunst aus meinem Alltag. Selbst wenn wir uns in den eigenen vier Wänden befinden und momentan nicht die Möglichkeit haben, tatsächlich in die abgebildete Landschaft zu reisen, können wir uns dorthin träumen, sodass bei der Betrachtung des Gemäldes die Realität zugunsten der Kunst verblasst.

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